Das kleine Dorf Taboquinhas im Bundesstaat Bahia (Brasilien) ist sehr schön malerisch am Rio de Contas, einem bedeutenden Süßwasserfluß, der sich aus Quellen in den Serra Geral-Bergen und Niederschlägen bildet, inmitten des Atlantischen Regenwalds (Mata Atlantica) gelegen.
Der Rio de Contas ist es, der das Dorf in zwei ungleiche Hälften aufteilt, wobei der Dorfkern, die Geschäfte und die Wohnhäuser südlich und einzelne Anwesen und Grundstücke kilometerweit verstreut, nördlich des Flusses gelegen sind.
Eine 24/7-Verbindung zwischen den Dorfteilen stellt die Fähre her, welche mit einem Stahlseil an beiden Ufern fest verbunden ist und per Muskelkraft bewegt werden muß.
Der Kakaoanbau in Taboquinhas (und über die Dorfgrenzen hinaus) erlebte im 19. Jahrhundert einen Boom, der bis in die 1980iger Jahre anhielt. Mit dem Auftreten der sogenannten Hexenbesenkrankheit (Witches‘ Broom Disease), die durch den Pilz Moniliophthora perniciosa verursacht wird und hauptsächlich die Monokulturen der kommerziellen Kakaoplantagen befällt, kam es zu einem dramatischen Rückgang der Kakaoernten.
Wirtschaftlich bedeutete das für die meisten Menschen von Taboquinhas Not und Armut.
Mit der Zeit lernten die Menschen alternative, von indigenen Völkern angewandte Anbaumethoden anzuwenden. Heute ist die „Cabruca“ – Methode, junge Kakaopflanzen im Schatten der großen Bäume (meist naturbelassener Tropischer Regenwald) wachsen zu lassen, gängige Praxis.
Die gute Erreichbarkeit Taboquinhas über eine breit geteerte Bundesstraße (BA-654), die Nähe zur Atlantikküste (ca. 30 km) und der Rio de Contas mit seinen Stromschnellen, Fließgewässern und einigen spektakulären Wasserfällen in unmittelbarer Umgebung, führen seit einiger Zeit zu einem Erstarken des Naturtourismus.
Die Kombination von nachhaltiger Landwirtschaft, dem Schutz des Atlantischen Regenwalds (Mata Atlantica) und die Erschließung weiterer Einnahmequellen (Bsp. Naturtourismus), lassen die Menschen von Taboquinhas auf eine bessere Zukunft hoffen (AR 02/2024)